Im Paradies

Was wir in Malinalco suchen? Mindestens das Paradies. Und damit sind wir in Malinalco auch gar nicht so falsch — vor uns haben es dort schon ganz andere gesucht und gefunden. Für die Mexica, die gleich mehrere Totenreiche hatten, war Malinalco das Paradies der gefallenen Krieger: Hier wurden ihre mystischen Adlerkrieger geweiht, hierher kehrten sie in Form von Schmetterlingen zurück, und hier begleiteten sie tanzend und singend, das Herz weit vor Freude, die Sonne auf ihrem Tageslauf.

Als kurz nach der Conquista die Augustinermönche nach Malinalco kamen, träumten auch sie vom Paradies. Sie ließen sich von den Dorfbewohnern ein Kloster bauen und den Kreuzgang als Garten Eden ausmalen. Die Malinalca, die schon zu Zeiten der Mexica als Schreiber und Maler bekannt waren, machten sich ans Werk, doch was sie den Mönchen da malten, war nur auf den ersten Blick ein biblisches Paradies. Überall zwischen den Ranken und Zweigen des Gartens versteckten sie ihr eigenes Paradies und Tiere, die in ihrer Religion die Sonne und andere Götter symbolisierten. Die Augustiner brauchten zwanzig Jahre, um das zu bemerken, doch dann ließen sie das Wandgemälde übertünchen. Erst in den 1980er Jahren wurde der Paradiesgarten der Malinalca unter zahllosen Kalkschichten wiederentdeckt und freigelegt. Hier nur einige wenige der vielen Hundert Tiere und Pflanzen aus dem Kreuzgang:

Mehr zur Geschichte und Bedeutung dieses einmaligen synkretistischen Paradieses von Malinalco findet ihr in meinem Buch. Oder schaut es euch an, wenn ihr mal in der Nähe sein solltet!

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In_MexikoJürgen Neubauer
In Mexiko
Reise in ein magisches Land
Taschenbuch, 336 Seiten: 15,- Euro
E-Book: 9,99 Euro

Vom Leben in der Riesenmetropole Mexiko-Stadt geschafft, ziehen der Erzähler und seine Frau aufs Land — in ein Dorf zwischen den Vulkanen des mexi­kanischen Hochlands. Dort tauchen sie in ein unbekanntes und faszinierendes Mexiko ein: Sie begegnen Schamanen, Scharlatanen, Heilern und Wetter­machern und bekommen es mit Drogen­händlern, Wahl­betrügern, arroganten Städtern und Großgrundbesitzern zu tun. Die Reise gipfelt in einer wilden Fiesta, bei der Magie und Moderne, Traum und Wirklichkeit, Arm und Reich aufeinanderprallen.
Ein literarischer Reisebericht, der in die Tiefe Mexikos entführt, und ein unterhaltsames Porträt des Landes und seiner Menschen.

Erhältlich in jedem Buchladen. Im Internet unter anderem hier:

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