Willkommen in Mexiko

  Ich atme tief ein. Zärtlich warm und feucht streichelt die Luft durch meine Lungen. Zum ersten Mal spüre ich, dass wir in den Tropen sind – im warmen, weichen, wuchernden, wimmelnden, wohlwollenden, wohltuenden Mexiko.

Nachtleben

Ob es in Malinalco ein Nachtleben gibt? Ei, freilich!

Die Ausgräber

Nicht nur Tempel haben ihre Geschichte, sondern auch ihre Ausgrabung viele Jahrhunderte später. Die Ausgrabung des Adlertempels von Malinalco ist eng mit dem Namen eines legendären Präsidenten verbunden.

Das Heiligtum der Mexica

  »Hier, in diesem heiligen Kreis, haben die Mexica ihre Krieger geweiht. Auch der große Cuauhtemoc, der letzte Herrscher der Mexica, ist hier geweiht worden… Die jungen Krieger haben sich da auf den Adler in der Mitte gelegt und ihr Blut geopfert. Sie haben sich mit einem Agavenstachel in die Zunge gestochen und das Blut…

Der Mythos der Malinalca

Wenn man den alten Mythen glaubt, dann sind die Malinalca die Vettern der Mexica (besser bekannt als die Azteken) und kamen mit ihnen aus einem mythischen Ort namens Chicomóztoc, dem Ort der sieben Höhlen, irgendwo weit im Norden. So erzählen es zumindest die Mythen der Mexica, wie sie zum Beispiel in einer prähispanischen Bilderhandschrift namens…

Licht!

Der 2. Februar — Día de la Candelaria oder Lichtmess, genauer der Tag der Darstellung des Herrn — ist ein volkstümlicher Feiertag, mit dem die Weihnachtszeit endet. Es ist der Tag, an dem Jesus in den Tempel eingeführt wird, und natürlich wird er auch in Malinalco begangen. Ein kurzer Text, der es nicht ins Buch…

Über Märkte schreiben

Pablo Neruda meinte, dass auf den Märkten die Seele Mexikos zu finden sei. Doch der chilenische Dichter, der zu Beginn der vierziger Jahre drei Jahre lang als Botschafter seines Landes in Mexiko lebte, unternahm wohlweislich keinen Versuch, sie zu beschreiben. Das ist eine Aufgabe, an der sich ausländische Besucher seit fünf Jahrhunderten die Zähne ausbeißen.

Was blüht denn da?

Es ist zwar Winter und Trockenzeit, aber in Malinalco blühen trotzdem einige Bäume, Sträucher und andere Pflanzen. Ich bin kein Botaniker, aber die meisten konnte ich identifizieren. Nur eine habe ich beim besten Willen nicht gefunden. Wisst Ihr, was da blüht? Es ist nicht einfach, aber weil ich es ja selbst nicht weiß, gebe ich…

Menschen aus Mais

Ob man über Mexiko schreiben kann, ohne den Mais zu erwähnen? Ich glaube nicht — Mexikaner sind schließlich Menschen aus Mais!

Ein Blick aus dem Fenster

Als ich das große Fenster öffne, um hinab ins Tal zu sehen, flattert zwischen den Bananenstauden im Hof ein großer bunter Vogel mit langen Schwanzfedern auf. Rechts neben uns ragt eine rote Felswand auf. Direkt unter uns liegt die barocke Kapelle von Santa María, halb verdeckt von der Blütenkaskade eines Flammenbaums.

Die Teufelchen von Malinalco

Vor etwa zehntausend Jahren kamen von hier oben die ersten Menschen ins Tal. Erst jagten sie, später bauten sie Hütten, pflanzten Mais, Bohnen, Tomaten, Kürbisse und Chilischoten und pflückten Avocados, Mangos und Papayas. Immer neue Stämme kamen über die Vulkane, errichteten ihre Tempel und verehrten die blühende Natur.

Im Dorf

Um einen runden schmiedeeisernen Musikpavillon mit fröhlich gelbem Sockel stehen →Flammenbäume, die lappigen roten Blüten leuchten in der tiefstehenden Sonne. In den Ästen einer lila blühenden →Jacaranda an einer Ecke des Platzes kreischen die →Grackeln. In jeder der vier Ecken drückt sich ein küssendes Pärchen…

Erste Eindrücke

Die Felsen, die das Tal umarmen, gehören zu den ältesten Auswürfen des Vulkanbogens in unserem Rücken… Von den gewaltigen Kratern ist heute nichts mehr zu sehen, längst wurden sie vom Wind verblasen, vom Regen zurück ins Meer gespült, von neuen Kratern überflutet. Zurück geblieben sind nur diese roten Finger, die weit hinaus in die entgegenkommende…