Willkommen in Mexiko

  Ich atme tief ein. Zärtlich warm und feucht streichelt die Luft durch meine Lungen. Zum ersten Mal spüre ich, dass wir in den Tropen sind – im warmen, weichen, wuchernden, wimmelnden, wohlwollenden, wohltuenden Mexiko.

El otro lado

Im Norden Mexikos gehört die Arbeitsmigration in die USA schon lange zur Kultur. Wie der Journalist und Schriftsteller Fernando Benítez in den 1950ern schrieb: »Sie verpfänden ihre Kuh, ihr Land und alles was sie haben. Wenn sie zurückkommen, kaufen sie sich ein Pferd, eine Uhr und eine Pistole und den Rest versaufen sie. Nach einem…

Was blüht denn da?

Wie heißt die rote Blüte unten rechts? (Zum Vergrößern einfach anklicken.) Schreibt mir bis 20. April hier oder auf Facebook und nehmt an der Verlosung eines Buchs In Mexiko teil.

Por el amor de dios

Wie alle Kapellen ist sie nach Jerusalem ausgerichtet, aber weil sie auf der anderen Seite der Hauptstraße steht, sieht es so aus, als würde sie dem Dorf den Rücken zukehren. Sie scheint schon lange nicht mehr gestrichen worden zu sein, die Sonne hat die letzten Pigmente aus dem Putz gebleicht und der Regen hat schwarze…

Passion

Ein Paar Reitersoldaten nach dem anderen durchreitet den Doppelbogen. Die meisten sind erwachsene Männer, einige haben ihr Söhnchen in voller Montur auf dem Sattel vor sich sitzen.

Hausfreunde

Vom Bett aus sehen wir eines Abends, wie erst einige Dutzend, und plötzlich Hunderte von Ameisen durch den Spalt unter der Tür hereinkommen.

Im Paradies

Was wir in Malinalco suchen? Mindestens das Paradies. Und damit sind wir in Malinalco auch gar nicht so falsch — vor uns haben es dort schon ganz andere gesucht und gefunden.

Wasser!

Wasser ist in Mexiko ein großes Problem. Während der Trockenzeit von November bis Mai regnet es sieben Monate lang kaum, aber selbst wenn es regnet, muss dieses Wasser auch ins Haus kommen. Das ist einfacher als es klingt! (Ein Kapitelchen, das es nicht ins Buch geschafft hat, aber einen kleinen Einblick in das Abenteuer Alltag…

Die Pauke von Malinalco

Eigentlich wollte ich nur ein paar Bilder der aztekischen Trommel von Malinalco einstellen, die ich in meinem Buch In Mexiko vorstelle. Dabei bin ich jedoch über zwei Landsleute gestoßen — die deutschen Mexikoforscher Eduard Seler und Konrad Theodor Preuß —,  die Anfang des 20. Jahrhunderts versuchten, die Bedeutung dieser Trommel zu erklären und sich darüber…

Tod und Kaninchen

Die Kapitel meines Buchs In Mexiko sind nicht durchnummeriert, sondern nach den Monaten des rituellen Kalenders der Mexica benannt. Den beschreibe ich im Anhang des Buchs, aber weil ja nicht jeder hinten mit dem Lesen beginnt, hier eine kurze Erläuterung.

Nachtleben

Ob es in Malinalco ein Nachtleben gibt? Ei, freilich!

Die Ausgräber

Nicht nur Tempel haben ihre Geschichte, sondern auch ihre Ausgrabung viele Jahrhunderte später. Die Ausgrabung des Adlertempels von Malinalco ist eng mit dem Namen eines legendären Präsidenten verbunden.

Das Heiligtum der Mexica

  »Hier, in diesem heiligen Kreis, haben die Mexica ihre Krieger geweiht. Auch der große Cuauhtemoc, der letzte Herrscher der Mexica, ist hier geweiht worden… Die jungen Krieger haben sich da auf den Adler in der Mitte gelegt und ihr Blut geopfert. Sie haben sich mit einem Agavenstachel in die Zunge gestochen und das Blut…

Der Mythos der Malinalca

Wenn man den alten Mythen glaubt, dann sind die Malinalca die Vettern der Mexica (besser bekannt als die Azteken) und kamen mit ihnen aus einem mythischen Ort namens Chicomóztoc, dem Ort der sieben Höhlen, irgendwo weit im Norden. So erzählen es zumindest die Mythen der Mexica, wie sie zum Beispiel in einer prähispanischen Bilderhandschrift namens…

Licht!

Der 2. Februar — Día de la Candelaria oder Lichtmess, genauer der Tag der Darstellung des Herrn — ist ein volkstümlicher Feiertag, mit dem die Weihnachtszeit endet. Es ist der Tag, an dem Jesus in den Tempel eingeführt wird, und natürlich wird er auch in Malinalco begangen. Ein kurzer Text, der es nicht ins Buch…

Über Märkte schreiben

Pablo Neruda meinte, dass auf den Märkten die Seele Mexikos zu finden sei. Doch der chilenische Dichter, der zu Beginn der vierziger Jahre drei Jahre lang als Botschafter seines Landes in Mexiko lebte, unternahm wohlweislich keinen Versuch, sie zu beschreiben. Das ist eine Aufgabe, an der sich ausländische Besucher seit fünf Jahrhunderten die Zähne ausbeißen.

Was blüht denn da?

Es ist zwar Winter und Trockenzeit, aber in Malinalco blühen trotzdem einige Bäume, Sträucher und andere Pflanzen. Ich bin kein Botaniker, aber die meisten konnte ich identifizieren. Nur eine habe ich beim besten Willen nicht gefunden. Wisst Ihr, was da blüht? Es ist nicht einfach, aber weil ich es ja selbst nicht weiß, gebe ich…

Menschen aus Mais

Ob man über Mexiko schreiben kann, ohne den Mais zu erwähnen? Ich glaube nicht — Mexikaner sind schließlich Menschen aus Mais!

Die Teufelchen von Malinalco

Vor etwa zehntausend Jahren kamen von hier oben die ersten Menschen ins Tal. Erst jagten sie, später bauten sie Hütten, pflanzten Mais, Bohnen, Tomaten, Kürbisse und Chilischoten und pflückten Avocados, Mangos und Papayas. Immer neue Stämme kamen über die Vulkane, errichteten ihre Tempel und verehrten die blühende Natur.

Im Dorf

Um einen runden schmiedeeisernen Musikpavillon mit fröhlich gelbem Sockel stehen →Flammenbäume, die lappigen roten Blüten leuchten in der tiefstehenden Sonne. In den Ästen einer lila blühenden →Jacaranda an einer Ecke des Platzes kreischen die →Grackeln. In jeder der vier Ecken drückt sich ein küssendes Pärchen…

Erste Eindrücke

Die Felsen, die das Tal umarmen, gehören zu den ältesten Auswürfen des Vulkanbogens in unserem Rücken… Von den gewaltigen Kratern ist heute nichts mehr zu sehen, längst wurden sie vom Wind verblasen, vom Regen zurück ins Meer gespült, von neuen Kratern überflutet. Zurück geblieben sind nur diese roten Finger, die weit hinaus in die entgegenkommende…